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Die Isolationstests bei der Activator-Methode

Die Beteiligung neuromuskulärer Faktoren hinsichtlich ihrer Fähigkeit, subluxierte Gebiete von normalen Gebieten zu unterscheiden - von Dr. Malik Slosberg

Die Aktivator-Methode entwickelte eine einmalige und reproduzierbare Vorgehensweise, um subluxierte Gebiete zu bestimmen. Der Vorgang bedient sich bestimmter Isolationstests, um die betroffenen Gebiete der Wirbelsäule genau zu bestimmen, und zwar zu jeder Zeit. Dieser Vorgang erlaubt dem Behandler, auf ordentliche und genaue Weise spezifische Gebiete der Wirbelsäule zu untersuchen, mit genauer Untersuchung jedes einzelnen Teils. Diese Methode wird zusammen mit anderen Standarduntersuchungen wie Anamnese, Röntgendiagnose u.s.w. eingesetzt und verhilft zu einer exakten Behandlung. Chiropraktiker, die diese Methode regelmäßig einsetzten, fanden sie durchwegs klinisch wertvoll und genau. Sie verspricht dem Behandler, die betroffenen Gebiete zuverlässig und genau zu bestimmen und geeignete Justierungen zu geben, wobei die nicht betroffenen Gebiete unberührt bleiben.
Neben der Tatsache, dass viele Tausende Chiropraktiker die Isolationstests für eine effektive Methode halten, Subluxationen zu lokalisieren, bleibt immer noch die Frage offen, auf welcher neurologischen Grundlage der lsolationstest basiert. Die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse beim Isolationstest lässt vermuten, dass Reflexmechanismen beteiligt sind, die dieselbe Antwort von Mal zu Mal erzeugen. Die Absicht dieses Artikels ist es, einige signifikante Studien aus der Literatur, die diese betreffenden Reflexmechanismen erforschen, zu erfassen und einzuordnen.
Man muss mehr als 45 Jahre zurückgehen, um die Ursprünge dieser Forschung zu finden. In den 30er und 40er Jahren gab es einige gewissenhafte Forscher, die sich mit der paraspinalen Muskulatur beschäftigten. Sie wollten quantifizierbare Parameter herausfinden, die mit palpierbaren Veränderungen der Muskulatur korrespondierten.
Durch manuelle Untersuchung fanden sie heraus, dass manche Muskeln einen höheren Grad an Starrheit zeigten als normal, zusammen mit einem Widerstand gegen Bewegung, sogar, wenn die Versuchsperson entspannt war und keinen Schmerz oder Unwohlsein verspürte.

Der Grund für die Hypertonie war nicht sichtbar. Mackenzie schlug in "Applied Physiologe", Herausgeber Wright 1935, vor, dass es einen irritierteren Herd geben müßte, vermutlich im hinteren Horn gelegen, der durch einen abnormalen Impulsstrom von gewissen pathologischen Faszien oder serösen Membranen erzeugt würde. Diese Erklärung, die einen viscerosomatischen Reflex beschreibt, ist möglicherweise genau, aber unvollständig, da sie keine Rechenschaft über abweichende somatische sensorische Impulse ablegt, die einen erhöhten Muskeltonus und Hypermobilität bewirken, aber unterhalb der Schmerzschwelle der Versuchsperson liegen.
Die wichtigsten Ergebnisse, die zum Isolationstest beitragen, wurden in einer Serie von Artikeln von J.S.Denslow veröffentlicht. Denslow lokalisierte hypertone und normal gespannte Gebiete durch Palpation und führte Nadelelektroden in diese Muskeln ein. Er unterschied die hypertonen Gebiete nach "größeren" und 'kleineren" Läsionen. Größere Läsionen sind durch auffallende, abnorme Härte, Steifheit und Empfindlichkeit charakterisiert. In den meisten Fällen berichteten die Versuchspersonen, ein Unwohlsein in diesen Bereichen gespürt zu haben. Kleinere Läsionen waren weniger hart und empfindlich, und die Personen waren sich der abnormen Spannung nicht bewusst. Normale Gebiete sind weich, elastisch und nicht empfindlich.
Denslow fand an den normalen Bereichen während der Entspannung keine spontane elektrische Aktivität. Bei 20 von 25 Gebieten der größeren Läsionen fand er spontane elektrische Aktivität "wechselnd von ruhigen Phasen zu Aktivität einzelner Einheiten hin bis zu Massenkontraktionen". Faktoren, die die spontane Aktivität erhöhten, waren Inhalation, schmerzhafte Stimulation, Besorgnis und Müdigkeit. Dieselben Stimuli brachten keine Aktivität in angrenzenden normalen Gebieten. Weiterhin fand Denslow heraus, dass in beiden Gebieten mit größeren oder kleineren Läsionen, elektrische Aktivität sehr leicht erzeugt, verlängert oder verstärkt werden konnte durch kleine Stimuli, die keine oder nur minimale Reaktion für kurze Momente in normalem Gewebe erzeugten. Diese übertriebenen Reaktionen können sogar bei so geringen Stimuli wie kleinen Bewegungen erzeugt werden. Verschiedene kleine Stimuli riefen Aktivitäten während 72,7 % der Zeit, bei Gebieten größerer Läsionen, hervor im Vergleich zu 0,9 % der Zeit bei normalen Gebieten.  Wenn es keine klinisch auffälligen pathologischen Prozesse in der Gegend des Hypertonus gibt, warum existieren solche Gegenden? Die Erklärung, die von den jetzigen Studien vorgeschlagen wird, postulierte, dass es einen "anhaltenden zentralen Reizzustand (C.E.S.)" durch die unterschwelligen Stimuli gibt. Sie demonstrierten, dass solch unterschwellige segmentale Überreizung für einen längeren Zeitraum von mindestens einigen Monaten anhalten kann.
In heutiger Zeit könnten solche Gebiete mit erniedrigter Schwelle als Segmente mit leichterer Reizbarkeit bezeichnet werden. Dieser Begriff definiert ein Rückenmarkssegment, das auf unterschiedliche Reize in stärkerer und längerer Weise als normal reagiert. Grund für solch übertriebene Ansprechbarkeit ist die Summation aller unterschwelligen Reize am betroffenen spinalen Segment. Dies bringt die segmental innervierten paraspinalen Muskeln leichter an die Schwelle. Die Gründe für die Vielzahl an unterschwelligen Reizen können variieren. Alle Faktoren, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Subluxationen beteiligt sind, sei es allein oder im Zusammenspiel, können ursächlich sein. Solche Faktoren umfassen außerdem akute Prozesse wie z.B. Traumen (Überstrecken, Reißen, Verletzungen durch Drehbewegungen oder Kompressionen) ebenso wie chronische Prozesse (haltungsbedingt, berufsbedingt, degenerativ, angeboren).
Bei solchen Vorbedingungen kann sogar ein kleiner Reiz, wie der einer normalen Bewegung, der sich auf die zahlreichen unterschwelligen Reize eines Segmentes mit leichterer Reizbarkeit aufpflanzt, den innervierten Muskel dazu bringen, die Reizschwelle schnell zu erreichen, zu kontrahieren oder sogar spastisch zu reagieren. Darüber hinaus haben neue Studien gezeigt, dass in der Vorgeschichte verletzte paraspinale Gewebe bei oder auch nach ihrer Heilung weiterhin leichter reizbar bleiben und aus diesem Grund eine chronische Quelle für segmentale unterschwellige Reizung darstellen.

Zusammengefasst schließen Denslows wichtigste Ergebnisse folgende Punkte ein:
1.)    Die Reizschwelle eines bestimmten Gebietes, einschließlich eines   solchen mit erleichterter Reizbarkeit, bleibt für einen Zeitraum von   mehreren Monaten relativ konstant.
2.)     Jeder Mensch hat ein eigenes Muster an Gebieten mit niedrigerer Reizschwelle.
3.)        Die paraspinale Muskulatur kann auf der rechten und der linken  Seite der gleichen Segmentes markant unterschiedliche Reizschwellen besitzen.
4.)        Größere Verletzungen sind Gebiete mit Starre und Widerstand gegen Bewegung, häufig gekoppelt mit Schmerz und spontaner elektrischer Aktivität.
5.)    Kleinere Verletzungen sind Gebiete mit weniger Starre und Widerstand, die häufig schmerzlos sind, keine spontane Aktivität zeigen,  aber auf kleinere Reize mit lang anhaltender und übertriebener Reizantwort reagieren.

Mit dem Wissen um diese Forschungsergebnisse können wir nun die Frage stellen, wie die Isolationstests funktionieren.

Während diese Tests durchgeführt werden, liegt der Patient auf dem Bauch, eine Position, in der die paraspinale Muskulatur sehr entspannt ist. Neuere Studien über Elektromyographie bestätigen, daß es in normal entspannter Muskulatur keine elektrische Aktivität gibt. Andererseits kann in Gebieten mit erleichterter Reizbarkeit oder unterschiedlicher spontaner Aktivität ein Hypertonus durch kleinere Stimuli wie eine normale aktive Bewegung leicht hervorgerufen werden.

Dies ist die Basis für Isolationstests.

Im Verlauf des Isolationstests wird der Patient gebeten, eine Reihe aktiver Bewegungen durchzuführen mit Hilfe von Muskeln, die ihre Ursprünge in verschiedenen Gebieten der Wirbelsäule haben. Wenn dort keine Bereiche mit erleichterter Reizbarkeit sind, antworten die Muskeln mit passender Kontraktionskraft beim Ausführen der Bewegung, ohne grundlosen Hypertonus oder Spasmus. Solche normale Ansprechbarkeit führt zu keiner Veränderung der Beinlänge, die vom Behandler gemessen wird.
Wenn jedoch in dem überprüften Gebiet der Wirbelsäule ein leichter reizbares Segment ist, können normale aktive Bewegungen eine übertriebene Reizantwort bewirken. Diese besteht in lokalisiertem Hypertonus, unilateral, und ist daher in der Lage, die relative Beinlänge zu verändern, indem das Bein auf der betroffenen Seite hochgezogen wird oder kürzer erscheint. Solch ein positives Untersuchungsergebnis ist ein Zeichen dafür, daß es in der untersuchten Region der Wirbelsäule ein subluxiertes Gebiet gibt.
Indem der Behandler den Patienten eine Reihe aktiver Bewegungen, die von der Activator-Methode entwickelt wurden, durchführen läßt, kann er die gesamte Wirbelsäule in kleinen Schritten untersuchen, Störungen lokalisieren und sorgfältig beurteilen.
Die Isolationstests sind nicht nur einsetzbar um Subluxationen zu lokalisieren, sondern auch ein wichtiges Kriterium um festzustellen, ob ein geeigneter und effektiver Justierungsimpuls verabreicht wurde. Nachdem der Behandler mit dem Isolationstest ein subluxiertes Gebiet gefunden hat und eine Justierung durchgeführt hat, wird der Isolationstest wiederholt.
Wenn die Justierung korrekt war und sich die Subluxation gebessert hat, wird das leichter reizbare Segment-Gebiet nicht länger außergewöhnlich reizbar sein, Spasmen werden keine mehr auftreten und die relative Beinlänge wird nun ausgeglichen sein. Dieses Ergebnis zeigt dem Behandler, ob eine Korrektur gelungen ist. Mit Hilfe des Isolationstests kann ein Behandler Fortschritte erzielen: bei der Bewertung der gesamten Wirbelsäule, der systematischen Lokalisation und Justierung von Subluxationen ebenso, wie zur Bestätigung einer erfolgreichen Korrektur (Erfolgskontrolle).
Es ist leicht einzusehen, dass so ein präziser und methodischer Ansatz ein unschätzbares, dynamisches diagnostisches und therapeutisches Werkzeug für eine sorgfältige chiropraktische Beurteilung der Wirbelsäule darstellt.

Es ist für einen Behandler wichtig, sich klarzumachen, dass dieses Vorgehen nicht nur auf klinisch empirischen Erfahrungen, sondern auch auf jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung beruht.

Denslows bekannter Nachfolger Irvin Korr bewies in einer Reihe von Studien, dass eine Beziehung zwischen Segmenten erhöhter Reizbarkeit und Segmenten mit verändertem sympathischen Tonus besteht. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass korrigierende Justierungen nicht nur biomechanischen Stress und den resultierenden lokalen Hypertonus reduzieren, sondern auch einen Einfluss auf autonome und möglicherweise viszerale Funktionen ausüben. Die Anforderungen an unseren Berufsstand reichen sehr weit und erfordern weitere intensive Forschung.

Was auch immer künftige Forschungen ergeben, ist es beruhigend zu wissen, daß die Isolations-Tests von einer langen Geschichte an Forschung unterstützt werden, die zeigen, dass eine klare neuromuskuläre Basis für ihre Ergebnisse besteht. Wir bewegen nicht an erster Stelle die Knochen, sondern lokalisieren veränderte neuromuskuläre Reflexe und bringen sie in ein normales Maß zurück, zu angepasster Rückantwort.

 

 

Ein ganz besonderes Extra ist dieser kleine Scanner, mit dem man exakt und einfach jede Subluxation aufspüren kann. Bei den Low-Force Seminaren stellen wir das Gerät vor. Informieren Sie sich auch durch Klick auf das Bild.

 

DAS ZERTIFIKAT



beweist, dass Sie insgesamt
40 Stunden Ausbildung in dieser Technik absolviert haben.

 

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